Öffentlicher Dienst

Warnstreik am 9.3. in Hamm

09.03.2023

Hamm, 08. März 2023

ver.di ruft in Hamm und Bergkamen die Entsorgung erstmals zu einem mehrtägigen Streik auf; Mülltonnen werden von Donnerstag bis Samstag nicht geleert; ver.di: Vor allem untere Entgeltgruppen müssen deutlich angehoben werden.

Zwischen 2.456,51 € im ersten Berufsjahr und 3.033,74 € nach 15 Jahren verdienen die Menschen, die täglich unseren Müll abholen. „Das sind natürlich die Bruttobeträge. Nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen bleiben den Kolleg*innen zwischen knapp 1.650 und rund 1.950 € netto übrig“, rechnet Gudrun Janßen vor. „Große Sprünge kann man davon sowieso nicht machen, wenn dann aber die Preise für Strom und Heizenergie durch die Decke gehen und die Lebensmittel deutlich teurer werden, wird es echt eng.“ Deshalb erwarten die Beschäftigten in der Entsorgung in der Tarifrunde für den öffentlichen Dienst eine kräftige Tariferhöhung, so die zuständige ver.di-Gewerkschaftssekretärin in Hamm. 

Und dafür gehen sie von Donnerstag bis Samstag auf die Straße. In Hamm und Bergkamen werden deshalb am Donnerstag, Freitag und Samstag die Mülltonnen nicht geleert. Betroffen sind auch die Bereiche Straßenreinigung und Recyclinghöfe. In Hamm wird von Donnerstag bis Samstag das Müllheizkraftwerk bestreikt, so dass keine gewerbliche oder private Müllanlieferung stattfinden kann. Ebenso beteiligen sich die Beschäftigten der Recyclinghöfe in Hamm von Donnerstag bis Samstag am Streik.

Treffen werden sich die Streikenden am Donnerstag um 10:00 vor der Müllverbrennungsanlage in Hamm und werden ihren Forderungen Nachdruck verleihen. „Gemeinsam wollen wir unseren Arbeitgebern für den kommenden Verhandlungstermin die Rote Karte zeigen! Der Mindestbetrag muss für unsere Kolleg*innen drin sein. Wir sind streikbereit – notfalls auch für einen Erzwingungsstreik!“ schildert Nicole Czyzmowski, Gewerkschaftssekretärin.

Der dreitägige Warnstreik in Hamm und Bergkamen ist Teil von landesweit stattfindenden Streikmaßnahmen der Abfallentsorgung und Straßenreinigung in Nordrhein-Westfalen.

„Die Kolleg*innen sind wirklich stinksauer“, beschreibt Gudrun Janßen die Situation. „In der 2. Verhandlungsrunde haben die Arbeitgeber ab Oktober, also nach neun „Nullmonaten“ 3 Prozent Steigerung angeboten. Für die Müllwerker*innen sind das brutto zwischen 70 und 90 €, davon bleiben netto rund 45 bis 60 € übrig. Damit wird die Preissteigerung nicht mal ansatzweise aufgefangen“, so die Gewerkschafterin.

Und die angebotene Einmalzahlung verpufft. „Sie hilft vielleicht kurzfristig, aber die Preise bleiben doch langfristig hoch“, befürchtet die Gewerkschaftssekretärin. Daher müsse ver.di vor der entscheidenden dritten Verhandlungsrunde Ende März den Druck erhöhen. https://zusammen-geht-mehr.verdi.de/

 

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