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ver.di feiert 110-jähriges Gründungsjubiläum der Feuerwehrgewerkschaft

ver.di feiert 110-jähriges Gründungsjubiläum der Feuerwehrgewerkschaft

15.06.2018

In diesem Jahr feiert ver.di in Dortmund ein besonderes Jubiläum: die Gründung des „Verbandes Deutscher Berufsfeuerwehrmänner“ (VDB) vor 110 Jahren. Der Impuls zur Gründung des VDB, einer der frühen Vorläufer von ver.di, ging von Dortmund aus: Am 5. Juli 1908 wurde von hier aus der Entwurf einer Verbandssatzung für einen reichsweiten Zusammenschluss der Berufsfeuerwehrleute an verschiedene Wehren im ganzen Reich verschickt. Federführend hierbei war Oberfeuerwehrmann Max Laaser, seit 1904 Feuerwehrbeamter der Stadt Dortmund.

„Wir möchten bei dem bevorstehenden Festakt zum 110-Jahrestag der Gründung des VDB im Herbst 2018 gerne Nachkommen der Gründungsmitglieder begrüßen“, so der Wunsch des ver.di Sekretärs Martin Steinmetz. Denn, „das Handeln der Gründungsmitglieder war mutig und beispielgebend“, und deren „Nachkommen sollten diese Würdigung unmittelbar erleben können.“

Es gehörte damals Courage dazu, sich als Berufsfeuerwehrmann einer Gewerkschaft anzuschließen. Im Kaiserreich war die Mitgliedschaft in einem gewerkschaftlichen Verband für Beschäftigte im öffentlichen Dienst strikt verboten und konnte unweigerlich berufliche Konsequenzen nach sich ziehen. Erst die Novemberrevolution 1918 brachte das Koalitionsrecht auch für Staatsdiener.

Ungeachtet dessen ging man ein Jahrzehnt zuvor in Dortmund daran, den VDB aufzubauen: Max Laaser wurde am 16. Oktober 1908 zum 1. Vorsitzenden eines provisorischen Vorstandes des VDB gewählt. Danach schied er aus dem Dienst der Stadt Dortmund aus und arbeitete als Feuerwehrmann in einem Privatunternehmen in Hüsten. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Dortmunder Ortsvereins der Berufsfeuerwehr, Kamerad Sonntag, lenkte er die Geschicke der neu gegründeten Interessenvertretung.

Der damalige Dortmunder Branddirektor, Karl Baehr war über den VDB nicht begeistert. Bei einer Sitzung der Leiter deutscher Berufsfeuerwehren sagte er: „… dass tatsächlich die Tendenz des Verbandes die Disziplin zu gefährden geneigt sei.“ Denn Max Laaser vertrat den Standpunkt, „dass ein deutscher Mann sich nichts gefallen lassen darf, was gegen seine aufrichtige Überzeugung verstößt.“

Ziele des VDB waren unter anderem:

  • Regelungen zu den Anstellungsverhältnissen, Verbeamtung auf Lebenszeit
  • Ausreichende Pensionsregelung
  • Verkürzung des Wachdienstes von 48 auf 24 Stunden
  • Versicherungspflicht aller Feuerwehrleute
  • Beförderung nach Fähigkeit und Leistung
  • Beseitigung des militärischen Systems.

Der VDB schloss sich übrigens 1930 dem „Gesamtverband der öffentlichen Betriebe und des Personen- und Warenverkehrs“ an, einem Vorläufer der Gewerkschaft ÖTV, die dann 2001 zu den Gründungsorganisationen von ver.di gehörte.

Weiß jemand, ob einer seiner Vorfahren zu den Gründern der ersten Berufsfeuerwehrgewerkschaft gehörte? Ist jemand Nachfahre von Max Laaser, Burgunderstr. 24, Herrn Sonntag, Adlerstraße 40a, oder von Karl Baehr? Dann melden Sie sich doch bitte bei dem ver.di Bezirk Westfalen, Rufnummer: 0231/913 000 0 oder per E-Mail: bz.westfalen@verdi.de.

Ansprechpartner für Fragen und weitere Informationen: Martin Steinmetz, Tel: 0231/913000-34 oder 01715620926

Pressekontakt

Michael Bürger, Bezirksgeschäftsführer, Tel: 0231-913000-30, mobil: 0179-23 00 583