Aus der Geschichte lernen!

E wie Einheitsgewerkschaft

15.04.2021
Gewerkschaft

Für die Aktiven der ersten Stunde nach dem Krieg war klar: Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg.
Starke Gewerkschaften mussten geschaffen werden, Garanten für die Demokratie und für den Wohlstand der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Und das konnten nur Einheitsgewerkschaften sein. Der Aufruf von Wilhelm Leuschner einen Tag vor seiner Hinrichtung: „Schafft die Einheit“, war Vermächtnis und Auftrag zugleich.

Wilhelm Leuschner, der für seinen unermüdlichen Kampf gegen das Nazi-Regime und seine Beteiligung an den Widerstandsaktionen vom 20. Juli 1944 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt wurde, hatte in der Schaffung der Einheitsgewerkschaft den einzigen Weg gesehen, den Faschismus erfolgreich zu bekämpfen und für immer zu verhindern. Gemeinsam mit Vertretern der christlichen und der Angestellten-Gewerkschaften  hatte er im Leuschner-Kreis seit 1933  Gewerkschafter versammelt, die in einem neuen Deutschland die Einheitsgewerkschaft aufbauen wollten.

In seinem Sinne arbeiteten die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter der ersten Stunde 1945. Es sollte kein Wiederaufbau der alten Organisationen sein, sondern ein Neuaufbau einer besseren Organisation. Alte Grabenkämpfe sollten überwunden werden. Die Einheitsgewerkschaft war der Garant dafür, darin waren sich alle einig.

Doch was unter einer Einheitsgewerkschaft zu verstehen war, darüber gab es unterschiedliche Meinungen.

Vor allem im Bereich der Angestellten gab es Konflikte. Diese Auseinandersetzung führte schließlich zur Spaltung der deutschen Gewerkschaftsbewegung in einerseits Industriegewerkschaften unter dem Dach des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und andererseits die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft (DAG).

Erst mit der Gründung von ver.di, an der vier DGB-Gewerkschaften und die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft beteiligt waren, wurde diese Trennung  fast 60 Jahre später aufgehoben.

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