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Heiligabend und Silvester arbeiten?

Arbeitsrecht

Heiligabend und Silvester arbeiten?

BildfunkStressig und Kräfte zehrend: Verkäuferin in der Weihnachtszeit Jens Büttner/DPA Bildfunk Weihnachtszeit

Soviel ist klar: An einem Werktag müssen Beschäftigte dann nicht arbeiten, wenn sie Urlaub oder eine Freischicht haben oder wenn der Tag ein gesetzlicher Feiertag ist. Die beiden Weihnachtsfeiertage, 25. und 26. Dezember, sind gesetzliche Feiertage. Also haben alle frei, die an diesen Tagen nicht zur Arbeit eingeteilt sind. Gleiches gilt für den Neujahrstag, den 1. Januar.

Was aber ist mit dem Heiligabend, dem seit Kindertagen „höchsten Feiertag“, und mit Silvester, dem Tag, an dem sich auch viele Nichtchristen auf den Jahreswechsel vorbereiten? Diese beiden Tage sind entgegen weit verbreiteter Ansicht keine gesetzlichen Feiertage. Also besteht – wenn sie nicht zufällig auf einen Wochenendtag fallen – grundsätzlich Arbeitspflicht. Frei hat dann an diesen Tagen nur, wer Urlaub erhält.

Es gibt aber in vielen Bereichen Tarifverträge, die für Heiligabend und Silvester eine Arbeitsbefreiung vorsehen, zum Teil wenigstens für einen halben Tag. So endet beispielsweise in der Metallindustrie Nordrhein-Westfalen die regelmäßige tarifliche Arbeitszeit um 13 Uhr. Und vielfach existieren betriebliche oder vertragliche Regelungen, die für diese Tage komplett Freizeit verschaffen. Das kann von Jahr zu Jahr aber auch unterschiedlich sein, erkundigen Sie sich daher rechtzeitig, bevor Sie Ihre Silvesterparty planen.

Das gilt „zwischen den Jahren“

Und für die Tage „zwischen den Jahren“, also zwischen Weihnachten und Neujahr, gilt: Zu Hause bleiben darf nur, wer Urlaub hat. Oftmals gibt es für diesen Zeitraum Betriebsferien, so dass die gesamte Belegschaft frei hat. Ist das nicht der Fall: Sprechen Sie sich frühzeitig mit Ihren Kolleg*innen ab, wenn Sie Urlaub haben wollen. Erfahrungsgemäß ist dies eine Zeit, zu der fast alle Beschäftigten frei haben wollen. Wenn betriebliche Belange entgegenstehen, kann der Chef den Urlaub ablehnen.

Wenn der Arbeitgeber beantragten Urlaub verweigert, Sie aber trotzdem aus wichtigen Gründen freie Tage haben wollen, müssen Sie nicht sofort aufgeben: Versuchen Sie zunächst eine Absprache mit den Kolleg*innen, die statt Ihrer Urlaub erhalten haben. Vielleicht ist ein Tausch möglich. Dazu ist aber selbstverständlich auch die Zustimmung des für Urlaubsfragen zuständigen Vorgesetzten erforderlich. Klappt das nicht, wenden Sie sich an den Betriebsrat oder Ihre Gewerkschaft. Als letzte Möglichkeit bleibt dann nur noch der Versuch, den Urlaub gerichtlich durchzusetzen, gegebenenfalls im Wege einer einstweiligen Verfügung. Allen Gewerkschaftsmitgliedern kann die DGB Rechtsschutz GmbH behilflich sein. Aber warten Sie mit einer gerichtlichen Klärung nicht bis zum letzten Tag: Auch Richter/innen und Beschäftigte des Arbeitsgerichts machen Urlaub – auch zwischen den Jahren!

Text: Michael Mey, DGB-Rechtsschutzsekretär

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